Stiftungen und das Optimistische

POST von stiftungsmarktplatz.eu, Januar 2023

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Newsletter Januar 2023
Lesezeit: 5 Minuten

Wie heißt es so schön: Pessimisten sind Optimisten mit Erfahrung. Hören wir derzeit Nachrichten, dann scheint es sehr viele erfahrene Optimisten in diesem Land zu geben.

Dabei hatte es der erste Bundespräsident einst so treffend formuliert, dass nämlich „der einzige Mist, auf dem nichts wächst, der Pessimist sei“.

Wir haben auch noch John F. Kennedy im Ohr, der jenen einen Vorsprung im Leben attestierte, die da anpacken, wo andere erst einmal reden. Sie merken es, mir geht der Pessimismus in unserem Land auf den Keks.

Weil dem so ist, haben wir mit Benjamin Weber von den Deutschen Stiftungsanwälten über die Stiftungsrechtsreform als Gamechanger gesprochen, da steckt das Wörtchen Chance irgendwo mit drin.

Zudem haben wir einem DER Anleiheprofis hierzulande, Guido Barthels von TBF Global Asset Management, einen bemerkenswerten Satz entlocken können. Nämlich jenen, dass es auch für Stiftungen derzeit „Möglichkeiten wie seit 10 Jahren nicht mehr“ gibt, ihr Stiftungsvermögen zu investieren. Es gibt sie also, die Optimisten, und vor allem gibt es durchaus auch Optimistisches zu verbreiten.

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Ein Verband als Jubilar

Etwa jenes Jubiläum, das die deutsche Stiftungslandschaft zwischen dem 10. und 12. Mai besonders beschäftigen wird. An diesen drei Tagen im Mai ist Deutscher Stiftungstag in Berlin, und der Bundesverband Deutscher Stiftungen feiert seinen 75ten.

Auch er hat sicherlich einige Geschichten zu erzählen, denn was 1948 in Würzburg begann, ist heute eine der wichtigsten Interessenvertretungen für das Stiftungswesen in Europa, es ist ein Verband mit enormer Strahlkraft und für den deutschen wie europäischen Stiftungssektor ein gewichtiger strategischer Verbündeter.

Denn…

… er vertritt die Interessen der mehr als 25.000 gemeinnützigen Stiftungen in Deutschland, deren Zahl pro Jahr um 3 bis 4% zunimmt

… er begleitet Stiftungen dabei, die jährlich mehr als 5 Mrd. EUR, die für Stiftungszwecke ausgegeben werden, an den richtigen Stellen einzusetzen

… er setzt sich laut den für 2025 definierten Zielen für die Relevanz von Stiftungen und des Stiftungswesens ein

… er war maßgeblicher Einflüsterer rund um die Reform des Stiftungsrechts, die am 1.7.2023 in Kraft tritt

… er weiß um die Themen, die aus Stiftungssicht im Sinne einer Agenda 2030 vor allem anzugehen sind: 1) Stiftungsvermögen zeitgemäß anlegen, 2) Stiftungsorganisation resilient machen, 3) Stiftungsgremien verjüngen

Jede Menge Aufgaben also auf der Uhr, umso mehr freuen wir uns auf den diesjährigen Stiftungstag. Aber auch auf andere Termine im Jahr 2023 freuen wir uns. Einige hatten wir bereits vor Weihnachten zusammengetragen, außerdem haben wir unsere Top 5 Stiftungsevents in 2023 benannt, wenngleich diese Übersicht viel zu kurz greift.

Event-Tipp: Jahrestagung von Stiftung & Sponsoring am 25.4.2023

Kurz vor dem Deutschen Stiftungstag findet in Berlin in den Räumlichkeiten der ESV Akademie auch die Jahresstagung von Stiftung & Sponsoring statt, die wir sehr gerne als Plattformpartner begleiten.

Wir werden für unseren Blog #stiftungenstärken mit einigen der Protagonisten der Veranstaltung sprechen, freuen Sie sich auf frische und aktuelle Impulse für die tägliche Stiftungspraxis.

Das Motto in diesem Jahr lautet „Reform und Aufbruch – wie Stiftungen aus Herausforderungen Chancen machen“. Ein Hinweis noch: Bis zum 3.4.2023 können Sie sich Ihr Ticket für die Jahrestagung zum Vorzugspreis sichern.

Eventhinweis Jahrestagung S&S

Drei Stiftungswebsite-Trends 2023

Im Programm der Jahrestagung von Stiftung & Sponsoring findet sich um 15 Uhr auch jener Slot zum digitalen Fundraising.

Das finden wir richtig, aber Fundraising im Digitalen ist nicht die einzige Disziplin, die Stiftungen auf ihrem Weg in die digitale Welt beherrschen müssen.

Bezogen auf die Stiftungswebsite gibt es deren drei Trends für 2023, die Stiftungen zumindest kennen sollten.

Wir haben auf #stiftungenstärken mal drei Trends herausdestilliert, verbunden mit drei Hinweisen:

  1. Die digitale Welt braucht immer wieder Nahrung, und DIE Nahrung im Digitalen ist Inhalt (=Content). Wer hier viel hat, gewinnt. Stiftungen haben jede Menge zu bieten, sie können Geschichten en masse erzählen.
  2. Die Reise nach Digitalien beginnt nicht mit der Stiftungswebsite, sondern mit dem Wofür. Wofür will ich als Stiftung im Netz gesehen werden, wofür stehe ich als Stiftung, was ist der Kern der Marke, das muss der erste Schritt sein. Die Stiftungswebsite ist dann „nur mehr“ das Werkzeug, das zu transportieren. Merke: Wofür first, Website second.
  3. Digital bedeutet für Stiftungen heute institutional ready. Hat meine Stiftung eine digitale DNA, verfügt sie über eine Struktur, die auf digitalen Prozessen fußt, die belastbar und zukunftsfest ist? Ist meine Stiftung im Kontext einer digitaleren Zukunft resilient? Merke: Institutional ready is king.

Apropos digital – Fachaustausch ante portas

Am 1.2.2023 (Mittwoch) findet ab 9:30 Uhr der 8. Digitale Am 1.2.2023 (Mittwoch) findet ab 9:30 Uhr der 8. Digitale Fachaustausch für Stiftungen in der Entwicklungszusammenarbeit statt.

Oberthema ist die Frage, wie aus Krisen gelernt werden kann. Geboten wird eine spannende Mischung aus fachlichen Inputs von Expertinnen und Experten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), des Auswärtigen Amtes, verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen (Deutsches Rotes Kreuz e. V., Hanns R. Neumann Stiftung, Karl Kübel Stiftung) sowie partizipativen Elementen zum Erfahrungsaustausch und zur Diskussion für die Teilnehmenden.

Der digitale Fachaustausch richtet sich an private deutsche Stiftungen, Philanthropinnen und Philanthropen, die sich bereits in der entwicklungspolitischen Arbeit engagieren oder für einen Einstieg darin interessieren und sich hierzu fachlich austauschen und vernetzen möchten.

Alle Infos und die Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.

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Das finale Apercu

Einerseits sind Pessimisten Optimisten mit Erfahrung. Andererseits ist Pessimismus lediglich ein guter Diener, aber definitiv ein schlechter Herr.

Entsprechend lassen wir uns eher von Optimismus leiten, auch wenn dies hier und da schwerfällt. Bezogen auf den Stiftungssektor sind es sicherlich die beiden Themenkreise Digitale Stiftungspraxis und Stiftungsvermögen cum Zins, die Stiftungsverantwortliche derzeit stark in Anspruch nehmen.

Der Pessimist sagt hier sicher, dass eine Stiftung nicht jede Mode mitgehen müsse und es jetzt ja auch wieder Zinsen gebe. Der Optimist würde entgegnen, dass gerade krisenhafte Zeiten solche sind, in denen sich auch eine Stiftung durchaus mal neu erfinden könne.

Es sind wohl diese Pole, zwischen denen in der hiesigen Stiftungslandschaft die Diskussion um moderne Stiftungspraxis und relevantes Stiftungshandeln geführt werden dürfte.

Wir neigen den Optimisten zu, solchen Menschen wie Werner Hedrich, Chef von Globalance Invest in München. Mit ihm sprachen wir im #FreitagsPodcast über das 1,5-Grad-Ziel. Er ist sich sicher, dass das zu schaffen, „wir müssen es nur machen“. Von diesem „Let’s make it done“ brauchen wir mehr.

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