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Gut anlegen = besser angelegt?

Wie Stiftungen mit nachhaltigem Investment gesellschaftliche Wirkung entfalten

Ist unser Stiftungsvermögen gut angelegt? Diese Frage hat in den letzten Jahren bei den gesetzlichen Vertretern von Stiftungen an Relevanz gewonnen. Seit der Wirtschafts- und Finanzkrise, dem Niedrigzinsumfeld, vor allem aber seitdem die zehnjährige Bundesanleihe 2016 erstmals negativ rentierte, sind viele Stiftungsverantwortliche daher unterwegs auf neuen Wegen der Vermögensanlage. Eine Herausforderung dabei: Stiftungszweck, Rendite, Volatilitätsrisiko und Wirkung auf Gesellschaft und Umwelt in Einklang zu bringen. In diesem Zusammenhang kommen immer wieder drei Buchstaben ins Spiel: ESG. Von Helmut Kotschwar, Geschäftsführer & Leiter Portfoliomanagement EB – Sustainable Investment Management GmbH

Die ESG-Kriterien

Das Akronym ESG steht für Environmental, Social und Governance. Es geht also um nachhaltiges Assetmanagement. Diesen Ansatz nutzen mittlerweile viele Fondsmanager, denn auf dieser Kriterien-Basis können deren Kunden Geld anlegen, attraktive Rendite abschöpfen und dabei zugleich die Welt etwas besser machen. Die Portfoliomanager setzen daher auf Wertpapiere von Emittenten, die in den Bereichen Umweltschutz, soziales Verhalten und gute Unternehmensführung nachhaltig positiv bewertet werden. In den 2012 vom Deutschen Fondsverband BVI eingeführten Leitlinien zum verantwortlichen Investieren stehen die ESG-Kriterien bereits im Zentrum. Dort heißt es, die Fondsgesellschaften sollen „im Rahmen ihrer treuhänderischen Verantwortung auch ökologische und soziale Belange sowie Belange zur guten Unternehmensführung (ESG-Kriterien) berücksichtigen, um materielle Risiken von Investitionsentscheidungen (z. B. in Wertpapiere oder Sachwerte) angemessen einstufen zu können.“

Ein entsprechend nachhaltiges Investment kann daher signifikant die gesamte Wirkungsbilanz einer Stiftung verbessern. Denn häufig ist ein solches Investment kongruent zu den Förderzielen der über 22.000 Stiftungen in Deutschland. Jeder institutionelle Investor sollte allerdings den Stiftungszweck mit den Nachhaltigkeitskriterien in der Kapitalanlage berücksichtigen. Denn oberste Maxime ist bei allen Stiftungsaktivitäten der Wille des Stifters.

Nachhaltige Investments sind oft Renditetreiber

Aus dem Jahr 2015 stammt die bisher umfangreichste Metastudie zum Rendite-Risiko-Profil nachhaltiger Geldanlagen. Die Autoren haben dafür über 2.000 empirische Untersuchungen ausgewertet. Ein Fazit: Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Berücksichtigung von ESG-Kriterien und der Performance von Firmen. Ein gut geführtes und nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen gilt daher für den Portfoliomanager als guter Anlagekandidat.

Eine Studie aus dem Jahr 2018 zur Nachhaltigkeit im Asset-Management vom Research Center for Financial Services, die in Kooperation mit der Evangelischen Bank (EB) durchgeführt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass „sowohl durch die Breitenbefragung (…) als auch aus wissenschaftlicher Sicht ein positiver Zusammenhang zwischen der Integration von Nachhaltigkeitsfaktoren und der Performance von Geldanlagen belegt wird.“

Nachhaltige Investmentlösungen

Doch wie können Anleger in Zeiten des Greenwashings, in denen sich Unternehmen oder Institutionen mit gezielten Geldspenden ein umweltbewusstes oder sogar umweltfreundliches Mäntelchen umhängen wollen, sicher sein, dass ihr Investment wirklich nachhaltig ist? Neben den ESG-Filtern und ethischen Ausschlusskriterien gibt es weitere Ansätze, die ein besonders anspruchsvoller Portfolioentwickler berücksichtigt. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang die Begriffe Engagement, Impact Investing und Integration.

Beim mehrdimensionalen Engagement-Ansatz werden in einem kritisch-konstruktiven Dialog mit Unternehmen neben genuin unternehmerischen Aspekten auch gezielt soziale, ökologische und Corporate-Governance-Themen angesprochen. Beispiel Automobilindustrie: Hier werden die ökologischen und sozialen Standards beim Lithiumabbau oder in der Kautschukgewinnung kritisch hinterfragt.

Beim Impact Investing fließen Gelder nur in solche Unternehmen, deren Geschäftsmodelle dazu beitragen, soziale, gesellschaftliche oder Umweltprobleme zu lösen. Es geht also um die direkte nachhaltige Wirkung eines Investments – wie beispielsweise Investments in regenerative Energien in Entwicklungsländern, die Ressourcen schonen und Regionen entwickeln oder Investitionen in Sozialimmobilien.

Der Begriff Integration steht für die Nutzung von Nachhaltigkeitsinformationen im Investmentprozess. Ursprünglich bezog sich das auf die klassische Unternehmensbewertung. Doch moderne statistische Verfahren ermöglichen es heute, auch weitreichende Nachhaltigkeitsinformationen in die Portfoliokonstruktion zu integrieren. So lässt sich beispielsweise unter Berücksichtigung von Risiko und Renditeerwartung der Einfluss auf Nachhaltigkeitsziele maximieren. Ein Beispiel ist der Der EB-Ökoaktienfonds (siehe hierzu auch die Analyse zur Stiftungseignung des Fonds unter www.fondsfibel.de). Er ist so konstruiert, dass auch die ökologischen Entwicklungsziele der UN berücksichtigt werden, ohne zugleich die anderen Entwicklungsziele negativ zu beeinflussen oder auf der Risiko- und Renditeseite spürbare Zugeständnisse machen zu müssen.

Zusammengefasst

Bei einem zielgerichteten Zusammenspiel von Engagement, Impact Investing und Integration darf der Investor daher darauf vertrauen, dass noch weitreichendere nachhaltige Ziele erreicht werden. Stiftungen finden entlang dessen auch einen Einstieg dahingehend, ESG-Aspekte in ihre Anlagepolitik zu integrieren – und so gesehen das Stiftungsvermögen auf jeden Fall besser anzulegen.

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