Delegation an Fonds

Wie viele Stiftungen haben einen Thomas?

Neulich stand ich beim nachmittäglichen Kuchen auf dem Bürgerstiftungskongress in Kassel mit einer Stiftungsvorständin zusammen. Wir brachten uns gegenseitig auf den neusten Stand, tauschten Ideen aus, und wir kamen auf „das Vermögensthema“ zu sprechen. Das Vermögensthema, über das Stiftungsentscheider so gerne sprechen wie sich ein Marathonläufer den Nagel des großen Zehs ziehen lässt. Gott sei Dank, meinte sie, haben wir unseren Thomas, der macht das alles für uns. Aber was machen Stiftungen, die keinen Thomas haben?

Zum Wohle der Stiftung

Die Stiftungsrechtsreform, die sich immer noch den Weg durch die Gremien bahnt, wird eine Regel besonders in den Fokus rücken: die so genannte Business Judgement Rule. Das Wohl der Stiftung steht hier bei Entscheidungen im Mittelpunkt, die Entscheidung auf Basis angemessener Informationen. Was das übersetzt auf die Kapitalanlage einer Stiftung heißt, dazu hat sich Tobias Karow ein paar Gedanken gemacht.
Stiftungsfonds oder Alibifonds

Stiftungsfonds oder Alibifonds?

Es gibt hierzulande jede Menge Fonds, die Stiftung im Namen tragen. Stiftungsfonds ist so eine Bezeichnung, die suggeriert zielgruppenspezifische Expertise und konservatives Vorgehen bei der Zusammenstellung des Fonds. Das Blöde ist nur, dass bei einigen dieser Stiftungsfonds die Hülle einfach nicht trägt. Stiftungen sollten sich von solchen Alibi-Stiftungsfonds fernhalten und entsprechend auf einige Kennzeichen genauer achtgeben.
Gespräch mit Holger Schroem - JPMorgan

„Summe des Ganzen besser als Einzelteile“

Corona-Krise aktuell: Der JPMorgan Investment Funds - Global Income Fund zählt mit einem Volumen von 28 Mrd. EUR auch im globalen Maßstab zu den absoluten Dickschiffen der Branche. Mit Michael Schoenhaut gibt es zwar in New York einen als Fondsmanager als Chef und Gesicht des Sondervermögens, doch im Interview mit Holger Schröm, Senior Client Advisor bei J.P. Morgan Asset Management, wird deutlich: Die Steuerung eines solchen Fonds funktioniert nur mit Teamwork und dezentraler Expertise in zahllosen Bereichen. stiftungsmarktplatz.eu nimmt Interessierte mit auf eine Reise ins Innere des Giganten: So funktioniert das Zusammenspiel, so denken die Macher, so sieht der aktuelle (natürlich auch Corona-geprägte) Ausblick aus.
Podcast Gerhard Rosenbauer

Man muss manchmal schon tief graben

Mit Anleihen ist kein Staat mehr zu machen, dank Niedrigzins werden Rentenpapiere zum zinslosen Risiko. Für das Stiftungsvermögen darf das jedoch nicht die Richtschnur sein, denn Anleihen gehören ins Stiftungsvermögen wie die Muskatnuss ins Kartoffelstampf. Mit Gerhard Rosenbauer sprachen wir darüber, wie er am Rentenmarkt heute agiert, was er Stiftungen für das Morgen nahelegt und welche Rolle die Anlagerichtlinie dabei spielt.
Wie Lego, nur ohne Würfel

Wie Lego, nur ohne Würfel

Anleihen, Bargeld, Aktien, und wenn’s hoch kommt noch ein wenig Immobilien. So in etwa sieht das Anlageuniversum deutscher Stiftungen in der Regel aus. Die Instrumente des Private Bankings wirken ein bisschen wie diese kleinen Lego-Spielzeuge, die man als Kind gehasst hat, weil eben ein Pistenbully oder ein Polizeischiff allein schnell ihren Zweck nicht mehr erfüllen. Es brauchte die großen Kartons mit den Polizeistationen oder den Ritterburgen. So wie es in der Kapitalanlage heute vermutlich eher das institutionelle Besteck braucht, um Ziele zu verwirklichen.
Podcast AHOI NPO Folge 12-Warum SRI für Stiftungen taugt

Warum SRI für Stiftungen taugt

Stiftungsverantwortliche dürften die Anlage des Stiftungsvermögens heute angeregt in den Gremiensitzungen diskutieren. Nachhaltigkeit fällt sich sicherlich als Wort spätestens im zweiten Satz. Das Stiftungsvermögen solle also nachhaltig angelegt werden. Abkürzungen wie ESG oder SRI reichern die Runden dann schnell an. Mit Dag Rodewald, dem ETF-Spezialisten bei der Schweizerischen Großbank UBS, sprach ich über SRI als Auswahlrahmen für die Aktienanlage im Stiftungsvermögen. Aber auch, wie sich SRI-Ansätze im Corona-Crash geschlagen haben. So viel vorweg: Der Crash hat Spuren hinterlassen, aber er bestätigt auch Vermutungen.
Podcast AHOI NPO Folge 18 - Stiftungsgremien und Nachhatigkeit

Warum Stiftungsgremien Nachhaltigkeit diskutieren sollten

Nachhaltigkeit ist im Stiftungsbereich in aller Munde, trotzdem finden nachhaltige Aspekte immer noch zu wenig Eingang in die Veranlagung des Stiftungsvermögens. Mit Berenike Wiener sprach nun genau darüber, warum dies so ist, warum Stiftungsgremien hier mehr voran gehen sollten und warum wir gemeinsam eine Gremienumfrage lanciert haben, die eines wissen will: "Wie machen Sie das eigentlich in Ihren Gremien, wie diskutieren Sie dort Nachhaltigkeit?"
Frankfurter Stiftungsfonds - Strategiewechsel

Achtung, Strategiewechsel!

Jüngst lese ich, dass der Frankfurter Stiftungsfonds jetzt nicht mehr auf den absoluten Ertrag abstellt, sondern die ordentlichen Erträge, die auch an Stiftungen ausgekehrt werden können, in den Blickpunkt seines Tuns rückt. Also nicht der Fonds sondern dessen Management. Das zeigte zweierlei: Absolute Erträge sind schwer zu erreichen, und sie sind auch aus Stiftungssicht nicht unbedingt das Wichtigste. Vor allem aber sagt ein solcher Strategiewechsel etwas über den Fonds aus.
DAX auf zwanzigtausend

Coronakrise führt DAX auf 20.000

Dank der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus erlebt die Welt derzeit die größte Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten, hinzu gesellen sich Strukturbrüche wie das Zurückdrehen der Globalisierung und Verhaltensänderungen der Menschen, etwa in Form einer verminderten Reisetätigkeit. Trotz dieser für die Unternehmensgewinne größtenteils negativen Fakten notieren die Aktienmärkte (fast) genauso hoch wie vor dem Beginn der Coronakrise – und damals im Februar galten die Aktienmärkte schon vielen als teuer. Wie kann das sein? Für Stiftungen gilt es jetzt, an der Aktienquote zu schrauben – und diese zu erhöhen.

Neue Beiträge

Rezension Kapitalerhalt im Vergleich

Stiftungsvermögen und der Kapitalerhalt

Wie ist das jetzt nochmal genau mit dem Kapitalerhalt? Diese Frage stellen sich Stiftungen immer wieder. Speziell die Frage ob das Stiftungsvermögen nominell oder real zu erhalten ist, erhitzt immer wieder die Gemüter. Denn beide Kapitalerhaltungskonzepte haben ihre Berechtigung, verlangen aber unterschiedliche Herangehensweisen. Gleich gilt es, das Gebot des Kapitalerhalts zu verstehen, auch in seinen Ausprägungen, um als Stiftung auf der Höhe der Zeit zu agieren. Die Juristin Vanessa Glaser hat sich des Themas angenommen, und gleich noch eine vergleichende Arbeit daraus gemacht. Wir haben quergelesen.

FondsFibel

#stiftungenstärken

Stefan Preuß
ist Chefredakteur von stiftungenstärken.de und fondsfibel.de. Der Fachjournalist, der auch als freier Autor für andere Publikationen fungiert, ist seit vielen Jahren als Autor von Fachbeiträgen und Analysen im Stiftungssektor präsent, moderiert dazu den Elevator Pitch beim Virtuellen Tag für das Stiftungsvermögen (www.vtfds.de).
Lena Häfermann
Lena Häfermann ist Autorin, Texterin und Gründerin der Plattform Lokale Momente, ein digitaler Marktplatz für regionale Erlebnisse. Sie lebt seit ihrem Studium in Bremen. Die Hansestadt und Norddeutschland spielen in ihren Büchern die Hauptrolle: in Reiseführern, gemütlichen Kriminalromanen und Liebesgeschichten. Als Redakteurin schreibt sie für regionale Wirtschaftsmagazine über diverse Themen.
Tobias Karow
ist Gründer und Geschäftsführer von stiftungsmarktplatz.eu und im Stiftungswesen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein seit 10 Jahren aktiv. Er ist Herausgeber der FondsFibel für Stiftungen & NPOs, dem führenden Nachschlagewerk für Stiftungsfonds und stiftungsgeeignete Fonds (www.fondsfibel.de), Vorträge hält er vor allem zum Thema ‚Stiftungen und ihr Weg in die digitale Welt‘. Für beide Themen betreibt er den Blog #stiftungenstärken.