Inhaberin der Agentur „Fundraising&More“ ist auch Gesellschafterin der Munich Fundraising School und berät mit Ihrem Netzwerk aus Fundraisern und Stiftungsexperten umfassend in allen Bereichen des Fundraisings. Mehr Informationen finden Stiftungen und NPOs unter www.fundraisingandmore.de
Wer schon einmal auf der Games Convention in Köln gewesen ist, der weiß was ich meine wenn ich sage, das ist eine andere Welt dort. Dort sind junge Menschen zugange, die an Konsolen oder an Tischen voller Rechner spielen, und zwar global, und dabei ihrer Lust an Strategie und Taktik nachkommen – und auch immer häufiger dem Wunsch, dem Spielen über Spenden einen Sinn zu geben. Zeit, sich über Gaming aus Stiftungssicht einmal Gedanken zu machen.
Viele Fundraiser, mit denen ich mich regelmäßig austausche und die schon lange für Stiftungen (und andere soziale Organisationen) tätig sind und gute Spender-Beziehungen aufgebaut haben, beklagen sich über wegbrechende Spendermärkte, schwierige, unberechenbare Spender, digitale Herausforderungen, ethische Auseinandersetzungen und inaktive Führungsgremien. Eigentlich müssten unsere Charities erfolgreich sein nach all den Jahren des professionellen und systematischen Aufbaus.
Tatsache ist, dass in den Wochen vor Weihnachten die Spenden nur so fließen. Das Jahr war erfolgreich, man will schnell noch mal was Gutes tun, das Gewissen beruhigen oder Steuer sparen. Auf jeden Fall sitzt das Geld etwas lockerer. Fast jede spendensammelnde Organisation, als NGOs, Stiftungen und Vereine, sind seit Wochen damit beschäftigt, die Weihnachtspost oder die Spendenmailings vorzubereiten, zu gestalten, um sie rechtzeitig zu versenden. Hier noch ein paar Tipps, wie es richtig geht.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Durch die Social Media Kanäle generieren Sie NOCH nicht nennenswerte Spenden. Zu misstrauisch ist der Spender, wenn er seine Daten angeben muss. Aber, es gibt ein großes ABER: In den richtigen Netzwerken mit den richtigen Inhalten unterwegs zu sein, das kann sich für Stiftungen auszahlen.
Ein Fundraiser bettelt nicht. Das ist eine Binsenweisheit, zumindest unter uns Fundraisern. Fundraising ist nicht betteln um Geld. Das wissen wir alle – oder nicht? Erst neulich hörte ich in einem Gespräch, dass man die Mitteleinwerbung immer noch als Betteln um Geld bezeichnet. Das ist absolut falsch und überholt.
Ja, auch das Fundraising in Stiftungen und NGOs muss Marketing machen. Gerade weil es viel Konkurrenz gibt unter den 23.000 Stiftungen und 600.000 gemeinnützigen Organisationen, von denen 2/3 Fundraising betreiben. Nur wer marketingseitig auf der Höhe der Zeit ist, wird erfolgreich sein und Mittel einwerben können. Hier sind die neuesten Trends.
Sozialen Organisationen fällt es zunehmend schwer, kompetente und professionelle Mitarbeiter zu gewinnen. Wir haben über 600.000 soziale Organisationen und 23.000 Stiftungen in Deutschland, die alle qualifiziertes Personal suchen, aber zunehmend nicht mehr finden. Fachkräftemangel ist ein gängiger Begriff auch im sozialen Sektor geworden. Es hängt an verschiedenen Punkten, aber es braucht auch neue Lösungen.
Weltweit gedeihen Kooperationen zwischen Stiftungen und Unternehmen. Unternehmen werden zunehmend von der Gesellschaft und vor allem von jungen talentierten MitarbeiterInnen danach beurteilt, wie ihre Sozial- und ihre Nachhaltigkeitsbilanz aussieht. CSR, also die Unternehmensverantwortung wird zum zentralen Teil der Sinnstiftung im Unternehmen und zum neuen Tool für das Recruiting und die Mitarbeiterbindung.
Mit Institutional Readiness ist die allgemeine organisationsinterne Bereitschaft gemeint, sich mit den unabdingbaren Voraussetzungen (Klarheit über Leitbild und Ziele, Prozesse sowie Strukturen) für erfolgreiche Fundraising-Arbeit auseinanderzusetzen. Das heißt, bevor Sie mit dem Fundraising anfangen können, müssen Sie Ihre Stiftungsarbeit genauestens analysieren und Prozesse und Schnittstellen herausarbeiten, die für das Fundraising wichtig sind.
Die Zeiten sinkender Kapitalmarkterträge machen es notwendig: Viele Stiftungen müssen ins Fundraising einsteigen, da die Zinserträge für die Projekte und Programme nicht mehr ausreichen und so der Stiftungszweck nicht erfüllt werden kann. Immer mehr Stiftungen versuchen deshalb ihre Projektförderungen ergänzend durch Fundraising zu finanzieren. Doch Stiftungen sprechen nicht unbedingt die Masse der Einzelspender an. Deshalb ist eine strategische Vorgehensweise im Fundraising wichtig. So können sich Stiftungen mit einem guten Fundraising-Konzept am Spendenmarkt etablieren und ihr Fundraising erfolgreich auf- und ausbauen.
New Giving, das Neue Geben, was ist das? Und welche Relevanz hat es für den Stiftungssektor? Genau mit diesen Fragen befasste sich The Gatsby 26, der besondere StiftungsApéro, der in diesem Jahr in Augsburg stattfand. Im schönen Annahof im Zentrum der Fuggerstadt diskutierten wir mit Stiftungspraktikern, Stiftungsexperten und Stiftungsgründern, was es bedeutet, die neue philanthropische Masse in Bewegung zu bringen. Beim einführenden Town Hall Talk blickt Gerit Reimann, Geschäftsführerin des Haus des Stiftens, auf die Grundidee hinter New Giving: Die Welt des Gebens soll den Blick auf die Vielfalt der Lösungen richten. Wir blicken zurück auf The Gatsby 26, den Abschluss der 26er StiftungsApéro-Saison.
Lena Häfermann ist Autorin, Texterin und Gründerin der Plattform Lokale Momente, ein digitaler Marktplatz für regionale Erlebnisse. Sie lebt seit ihrem Studium in Bremen. Die Hansestadt und Norddeutschland spielen in ihren Büchern die Hauptrolle: in Reiseführern, gemütlichen Kriminalromanen und Liebesgeschichten. Als Redakteurin schreibt sie für regionale Wirtschaftsmagazine über diverse Themen.
ist Gründer und Geschäftsführer von stiftungsmarktplatz.eu und im Stiftungswesen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein seit 10 Jahren aktiv. Er ist Herausgeber der FondsFibel für Stiftungen & NPOs, dem führenden Nachschlagewerk für Stiftungsfonds und stiftungsgeeignete Fonds (www.fondsfibel.de), Vorträge hält er vor allem zum Thema ‚Stiftungen und ihr Weg in die digitale Welt‘. Für beide Themen betreibt er den Blog #stiftungenstärken.
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