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Stiftungslandschaft, we have a problem

Warum wir über Stiftungsvermögen sprechen müssen – und nicht schweigen dürfen

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Lesezeit: 3 Minuten

Stiftungsvermögen ist etwas, über das in Deutschland nicht so gerne gesprochen wird. Es wird sogar in den allermeisten Fällen darüber geschwiegen. Zugegeben, Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Im Schweigen entsteht Tiefe, Bedeutung, Raum. Über Stiftungsvermögen aber zu schweigen, den kollegialen Austausch hier nur in allerkleinsten Zirkeln zu suchen, hat sich zum Problem ausgewachsen. Das lässt sich aus den Ertragsergebnissen vieler Stiftungen schlichtweg ablesen. Um einen Impuls zum Sprechen über Stiftungsvermögen zu geben, haben wir Gespräche über Stiftungsvermögen geführt – in Nummer 1 von Der Social Profit Kosmonaut.

Just another publication for some, but a giant reading experience for foundation professionals. Sie werden sofort erkennen, an welchen legendären Satz dieser Satz angelehnt ist. Der Social Profit Kosmonaut begleitet Deutschlands erstes Werkstatt Festival für Stiftungsvermögen mit Gesprächen über Stiftungsvermögen, möchte Handwerk zeigen und Inspiration liefern. Stiftungsvermögen ist ja ein dienendes Vermögen, wird aber oft nur als lästiges „Ding“ angesehen, um das ich mich als Stiftungsvorstand halt auch kümmern muss.

Stiftungsvermögen ist vielen Stiftungsverantwortlichen nur lästige Pflicht

Ein sehr prominenter, in der deutschen Stiftungslandschaft bekannter Stiftungsexperte hat mir unter der Hand einmal gesagt, „mei, Vermögen, wenn wir beim Errichten einer Stiftung helfen, dann kommt Vermögen immer am Schluss. Der Zeitaufwand für das Aufsetzen von Satzung und Gremien versus Vermögen liegt bei 20 zu 1.“ Sprich: Stiftungsvermögen, also das was eine Stiftung bereits hat, worum es sich zu kümmern gilt, wird stiefmütterlich mitgemacht, wird irgendwie auch gemacht wird als lästig empfunden. Ignoriert wird, dass es alles, was auf der Ausgabenseite passiert, ohne das Vermögen und dessen Erträge gar nicht gibt. Das Fundament für die Schaffenskraft einer Stiftung ist ihre Finanzkraft. Nur kommt die nicht von ungefähr, sie ist harte Arbeit und gehört in professionelle Hände.

Die strukturelle Finanzschwäche im Stiftungssektor

Gerade weil Stiftungsvermögen oft so stiefmütterlich behandelt wird, weil Stiftungsvermögen und wirtschaftliche Stehfähigkeit nicht zusammen betrachtet werden, ist im Stiftungssektor eine strukturelle Finanzschwäche entstanden. Auch diese animiert manche Akteure dazu, Stiftungen und ihr Steuerprivileg zu diskreditieren. Wenn du nix tust, weil du nix verdienst, wofür haben wir Dir dann Dein Steuerprivileg gegeben? Anti-NGO-Narrative suhlen sich in der, in dieser Finanzschwäche, in der fehlenden finanziellen Schlagkraft deutscher Stiftungen. Sie setzen da an, wo der Sektor tatsächlich mal keine Worthülsen als Gegenargument liefern kann. Denn Performance, harte Zahlen, sagt mehr als tausend Worte. Anti-NGO-Narrative interessieren sich nur für Zahlen, nicht für Prosa.

Kosmonaut No 1

Gespräche über falsche Vorsicht und ambitioniertere Ziele

In diesem Kontext fragt Der Social Profit Kosmonaut bei Stiftungsverantwortlichen und Stiftungsexperten nach – wie sie Stiftungsvermögen machen, unter welchen Prämissen Stiftungsvermögen künftig gemanagt werden wird und was es braucht, um beim Stiftungsvermögen in die Spur zu kommen. Dabei dreht sich in den Gesprächen Vieles um falsche Vorsicht, um falsche Rationalität – und alles um die Frage, wie Stiftungen weg vom Verwalten und hin zum Managen mit ambitionierteren Zielen kommen. Es zeigt sich, dass Stiftungsvermögen eben nicht nur ein abstrakter Geldbetrag ist. Stiftungsvermögen ist jene Möglichkeitenmasse, aus der heraus Stiftungen ihre Wirkmasse entwickeln, ihre Schaffenskraft entfalten. Nur gilt es heute umso mehr, diese Möglichkeitenmasse nicht mehr nur zu erhalten. Der Erhalt des Stiftungsvermögens allein reicht nicht aus, um Stiftungshandeln zu legitimieren. So gesehen braucht es tatsächlich eine Art Aufbruch, aber, so lesen wir die Gespräche im Kosmonauten, da ist die Stiftungslandschaft schon mittendrin. Eine gute Nachricht.

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Zusammengefasst

Pünktlich vier Wochen vor Deutschlands erstem Werkstatt Festival für Stiftungsvermögen gibt Der Social Profit Kosmonaut Gespräche an die Hand, die mehr sind als bloße Interviews. Stiftungen lesen im Kosmonauten über neue Gewissheiten, alte Sicherheiten, zu viel Vorsicht, zu wenig Weitsicht, ambitionierte Ertragsziele und uninspirierte Stiftungsgremien. Kurzum: Der Kosmonaut begleitet Stiftungen, Fragen zu ihrem Stiftungsvermögen zu stellen, und er inspiriert, auch Antworten zu finden. Werden es die eine finale Antwort sein? Nein. Aber es wird eine sein, die Horizonte öffnet, die Neugier auf die nächste Frage macht. So wie Kosmonauten eben qua Definition waren und sind, Raumseefahrer, neugierig auf Neues, aufbrechend zu neuen Horizonten. The Kosmonaut has landed.