Stiftungsfonds-Drawdowns im ersten Halbjahr 2022

POST von fondsfibel.de, August 2022

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Newsletter FondsFibel August 2022
Lesezeit: 4 Minuten

Der Blick auf ihren Depotauszug zum 30.6.2022 hat sicherlich nicht endlose Freude erzeugt. Ihre Fondspositionen werden in der Regel rote Zahlen aufweisen. Als Stiftungsverantwortliche stellen Sie sich jetzt die Frage, wie Sie mit Verlusten umgehen.

Wir haben exakt dazu mit dem audalis-Stiftungsexperten Christian Brütting gesprochen, er sortiert die Frage einmal aus Stiftungssicht, legt Stiftungen aber auch eine Erkenntnis ans Herz: „Jetzt in Panik zu verfallen, wäre falsch. Buchverluste sind ja zunächst einmal nur drohende Rote Zahlen.“

Wir lernen, dass nicht nur das Investieren des Stiftungsvermögens sondern eben auch der Umgang mit den Ergebnissen eine neue Professionalität der Stiftungsverantwortlichen verlangt. Denn die Zeiten des „Wir kriegen eh 4% Zinsen“ sind nun mal vorbei.

Hierzu lesen Sie auch mehr in meinen Stiftungsfondsgedanken #4.

Drawdowns zeichnen ein Bild, aber kein vollständiges

Wir haben für unseren #fondsfibel-Club der 25 zudem einmal die Drawdowns zusammengetragen, für das erste Halbjahr, gemessen vom Hochpunkt her. Drei Lehren ziehen wir aus dieser Analyse:

  1. Die Mehrzahl der Drawdowns ballt sich bei Werten von um die
    10%,
    wohlgemerkt in einem für viele Anlageklassen extrem herausfordernden Kapitalmarktumfeld.
  2. Die reinen Aktienstrategien litten überproportional, konnten aber in der Rallye seit Anfang Juli eindrucksvoll zeigen, warum etwa Qualitätsansätze einen festen Platz im Fondsportfolio einer Stiftung haben sollten.
  3. Die Güte der ordentlichen Erträge ist in dem Club der 25-Fonds ausnahmslos hoch. Diese aus Stiftungssicht hinsichtlich ihrer Liquiditätsplanung primäre Ebene bei der Betrachtung eines Fonds zeichnet ein anderes Bild als es die Drawdowns tun – zeigt aber auch: Je breiter der Konzept- und Assetklassen-Mix, desto konsistenter ist das Niveau der ordentlichen Erträge.

Wir lernen: Eine Tabelle sagt zwar mehr als tausend Worte, ab sie erzählt selten die ganze Geschichte.

#fondsfibel-Telegramm „Club der 25“:

Veranstaltungs-Hinweis:

25.8.2022, der Universal Investment ChampionsCall, mit den Fondsprofis von Aktia aus Finnland. Los geht es um 11 Uhr, thematisiert wird der neue Impact Fund des Hauses, genauer der UI-Aktia Sustainable Corporate Bond Fund.

Nutzen Sie den hier hinterlegten Anmeldelink, das Konzept dürfte für alle Stiftungen spannend sein, die auf der Suche nach Fonds mit Impact-Fokus sind.

Unsere Einschätzung: Kompakte Informationen und direkte Fragen – so geht Ideengenese bei der Fondsanlage von Stiftungen heute.

Universal Investment ChampionsCall

#fondsfibel-Telegramm „die Neuen“:

Noch ein Event-Hinweis:

8.9.2022, die ganztägige Jahrestagung von Stiftung & Sponsoring in Berlin: Wir haben mit den Veranstaltern mal die Kernthemen des Events erörtert, drei Blöcke kristallisieren sich heraus. Einmal die Frage der Auswirkungen der Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsreform auf die tägliche Stiftungspraxis, daneben die Herausforderungen im täglichen Stiftungsmanagement, wie dieses cum Pandemie, Krieg und Inflation ggf. neu strukturiert werden muss. Nicht zuletzt setzt die Jahrestagung auch einen Schwerpunkt im digitalen Fundraising.

Alle Details zur Jahrestagung finden Sie hier, unter dem Reiter „Anmeldung“ registrieren Sie sich.

Ein Hinweis noch für alle Twitter-Follower: Folgen Sie der Jahrestagung auch über den Hashtag #sus2022.

Unsere Einschätzung: Ein starkes Programm mit vielfältigen Anregungen für den Stiftungsalltag, daher unterstützen wir auch gerne als Plattformpartner.

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Das finale Apercu

Vielleicht wundern Sie sich, dass Sie mit der #fondsfibel POST nun einen zweiten Newsletter von uns erhalten. Sie werden sich vielleicht fragen, ob es dieses quartalsweise zusätzliche Reinschauen in die Stiftungsfondswelt wirklich braucht? Nun ja, für mich ist das Thema Stiftungsvermögen einfach ziemlich essentiell. Ja, ich glaube dass die Welt da draußen eine andere ist als noch vor einem halben Jahr, und erst recht vor zehn Jahren.

Ja, ich glaube dass viele Stiftungen ihr Vermögen über Fonds investieren sollten, weil sie auf diese Weise perfekt diversifizieren können – und die Informationsgüte von Fonds ihnen eine sachgerechte Entscheidung ermöglicht. Und ja, ich glaube, dass es dafür vielleicht nicht die tägliche aber doch die regelmäßige Inspiration braucht.

Meine Stiftungsfondsgedanken #4 habe ich überschrieben mit „Hoffnung ist oft ein Jagdhund ohne Spur“, gemeint ist die vielerorts offensichtlich immer noch vorhandene Hoffnung vieler Stiftungsverantwortlichen, dass man diese Delle jetzt aussitzen müsste wie 2008, 2011, 2014 oder 2020. Das wird an einem Punkt nicht mehr funktionieren, vor allem aber ist der Ausweg über die Fondsanlage eigentlich ein ganz einfacher.

Anlagerichtlinie anpassen, Fondsliste zusammenstellen, Kauf- und Verkaufskriterien festlegen, Dokumentation aufsetzen, Infrastrukturfragen klären, los geht’s.

So aufgesetzt wird die Hoffnung der Gewissheit weichen, dass es eben doch noch geht, ordentlich ordentliche Erträge zu erwirtschaften. Beispiele gibt es genug.

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ist Gründer und Geschäftsführer von stiftungsmarktplatz.eu und im Stiftungswesen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein seit 10 Jahren aktiv. Er ist Herausgeber der FondsFibel für Stiftungen & NPOs, dem führenden Nachschlagewerk für Stiftungsfonds und stiftungsgeeignete Fonds (www.fondsfibel.de), Vorträge hält er vor allem zum Thema ‚Stiftungen und ihr Weg in die digitale Welt‘. Für beide Themen betreibt er den Blog #stiftungenstärken.