Wenn Stiftungen fesseln…

3 Tipps für Stiftungen zum Story Telling

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Story Telling 3 Tipps
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Wenn Stiftungen mit ihren Geschichten fesseln, dann haben sie etwas richtig gemacht. Denn das Stiftungen ausreichend Geschichten haben, dies es nur zu erzählen gilt, ist ein alter Hut. Das Story Telling einer Stiftung scheitert eher mal am Wie. Dabei liefern die digitalen Werkzeuge heute ganz niedrigschwellig das, was es dazu braucht. Und mit diesen 3 Tipps zum Story Telling einer Stiftung klappt es erst recht.

Es gibt in der täglichen Stiftungspraxis Einiges zu tun. Auch das Marketing einer Stiftung gehört heute ins Pflichtenheft wie selbstverständlich mit dazu. Story Telling ist hierbei eine Disziplin, allerdings eine, die stetig gewichtiger wird. Denn Story Telling erreicht den Nutzer, Spender oder Begleiter auf eine eher subtile Art und Weise. Story Telling zieht, wenn es richtig gemacht wird, in den Bann, es begeistert und holt emotional ab. Da Stiftungen zuhauf Geschichten haben, die auf der emotionalen Ebene berühren, ist es für sie ein Leichtes, Story Telling zu machen. Geschichten sind der Treibstoff für die digitale Welt, sie sind das Elixier dessen, was sich dann ‚viral gehen‘ nennen.

Geschichten sind auch deshalb so wichtig, weil sie einfacher Aufmerksamkeit für die Stiftung generieren, weil sie die Emotionen des Nutzers wecken. Auch erleichtern sie das Erinnern, und natürlich steigern sie sukzessive die Sichtbarkeit in den Weiten des Internets. Das ist in einer hyperkommunikativen Welt umso wichtiger, dass Stiftungen eben gerade nicht mit ihrem Doing untergehen – sondern über Geschichten überproportional oft und nachhaltig gesehen werden. Dabei stellt sich die Frage, welches Werkzeug Stiftungen nutzen bzw. auf gar keinen Fall ignorieren sollten: Wir sprechen hier vom Bewegtbild, also dem Video. Bewegtbild ist das perfekte Medium, um ein Stiftungsanliegen in eine Geschichte zu verpacken.

Tipp Nummer 1: Bewegtbild bewegt

Bewegtbild-Formate zu nutzen heißt auch, sich mit den Realitäten des Internets auseinanderzusetzen. Nutzer im Internet wissen Videos nicht nur sehr zu schätzen, sie sind regelrecht verrückt danach. Entsprechend wäre es aus Stiftungssicht ein Fehler, auf das Video-Format als Werkzeug des Story Telling zurückzugreifen. Denn Videos werden nicht nur produziert und auf einer Website veröffentlicht, sie werden auch proaktiv von den Menschen auf anderen Plattform ge- und verteilt. Solch ein Video, und sei es nur ein Schnipsel, ist mit wenigen Klicks in ganz verschiedenen Nutzerkreisen zu sehen, und das in kurzer Zeit. Passiert das, haben sie ihr Ziel als Stiftung schon erreicht: Sie haben mit Ihrem Video bewegt, sie haben angestoßen, dass die Menschen ihr Video verbreiten, ohne dass sie noch etwas dazu tun müssen.

Beachten Sie dabei aber, dass sie das Video für eine bestimmte Nutzergruppe, ihre Zielgruppe, erstellen. Möchten Sie also potentielle Spenderinnen und Spender erreichen, dann kreieren Sie ein Video für genau diese Zielgruppe. Ihr Stiftungsvorstand zeigt, wie es aktuell im Projekt vorangeht, er nennt die Herausforderungen, er nennt den einzuwerbenden Betrag, er stellt ein zwei Personen vor. Das Ganze lässt sich einfach mit dem Handy, Lavaliermikro und Stativ aufzeichnen und als Datei auf die Stiftungswebsite packen. Dies mag auf den ersten Blick handwerklich zu einfach ausschauen, aber das Zauberwort hierbei lautet authentisch. Es ist authentisch, Videos aus dem Alltag der Stiftung für den Alltag der Nutzer zu filmen, zu zeigen, wie es wirklich im Büro oder im Projekt ausschaut. So bewegt Bewegtbild ziemlich sicher.


Lesetipp:
Stiftungskommunikation braucht Bilder, damit sie verfängt. Was das bedeutet, dazu haben wir uns ein paar Gedanken gemacht, und auch dazu, was eine Stiftung eine ganz eigene Bildsprache entwickelt.

Tipp Nummer 2: Achten sie beim Story Telling auf die Story

Eine Geschichte zu erzählen, ist keine statische Aufgabe. Als ich einst einen Vorlesewettbewerb gewann, dann nicht mit der besten Geschichte, aber mit der schlüssigsten, mit jener, die meine Zuhörer am meisten „reinging“. Und weil ich ganz gut vorgetragen hatte (auch wenn Eigenlob stinkt). Eine Geschichte, die schlüssig ist, stellt zu Beginn eine Figur vor, befasst sich dann mit einem Problem bzw. mit einem Aspekt der Stiftungspraxis. Schließlich wird mit einer Erzählung des Gelingens abgeschlossen. Ihr Geschichte ist also nicht nur das Verbreiten von Erfolgszahlen, es kommt vielmehr auch darauf an zu zeigen, wie dies zustande gekommen ist.

Eine gute Story kann zum Beispiel ein Erfahrungsbericht sein. Ihr Stiftungsvorstand stellt sich vor, zeigt, was ihn derzeit im Stiftungsalltag umtreibt und führt hin zu einem Projekt, das ihn am Herzen liegt. Aus seinem Alltag erzählt er, wie das Projekt zum Stiftungsprojekt wurde, welche Hintergründe wichtig sind, was die Stiftung im Projekt womöglich verändert hat. Zuletzt sind es positive Ergebnisse, zu eine Geschichte abrunden. Erzählt ein Stiftungsvorstand oder ein Projektverantwortlicher aus seinem Alltag, von seinen Erfahrungen mit dem Projekt, dann macht dies ein Stiftungsprojekt anfassbar. Ein anderer Aufhänger könnte sein, dass ein Spender erzählt, warum er gespendet hat und wieso er es wieder tun wird. Solche Geschichten verfangen, aber eben auch andere. Die Vielfalt macht’s.


Die Ultimative Stiftungswebsite-Lobhudelei:
Die Neven Subortic-Stiftung erzählt auf ihrer Stiftungswebsite die Geschichte der 771 Millionen. Lesen Sie mal rein.

Tipp Nummer 3: Heben Sie sich von der Masse ab

Das Story Telling einer Stiftung braucht Kreativität. Manchmal wird eine gute Story über ein einfaches Bild am besten transportiert. Ein anderes Mal ist es das Video, das nur Bilder zeigt und ganz am Schluss einen Sprecher einen einzigen Satz sagen lässt. Vielleicht ist es auch einfach nur Ihr Logo, das Sie auf ein Stück Papier malen. Dann entfernen Sie das Logo, man sieht einen Protagonisten der Stiftung, und dieser sagt in einem Satz, was ihre Stiftung macht. Auch das erzählt eine Geschichte, nämlich jene, das sie genau wissen, was sie tun, und das wiederum transportiert Verlässlichkeit und Professionalität. Machen Sie sich Gewahr, dass jede Minute tausende Inhalte veröffentlicht werden, die Welt da draußen wartet nicht auf Ihre Geschichte. Damit diese wahrgenommen wird, muss sie sich abheben von der Masse. Vielleicht ist es auch eine Idee sich in die Fußgängerzone zu stellen und zu fragen, was den Menschen zu Ihrer Stiftung einfällt. Das Resümee könnte sein: Ab jetzt kennen Sie uns!

vtfds2023 Save the Date

Zusammengefasst

Es gehört heute zum Handwerkszeug einer Stiftung dazu, Story Telling zu können und Story Telling zu machen. Dass jede Stiftung genug Geschichten hat, davon sind wir überzeugt. Wir glauben aber auch, dass Stiftungen gerade durch die neuen digitalen Tools in der Lage sind, diese viel einfacher zu erzählen als noch vor zehn Jahren. Story Telling muss dabei emotional abholen, muss begeistern, Bewegtbild spielt hierbei eine immer wichtigere Rolle. Stiftungen müssen ihre Stiftungskommunikation auch um die Kategorie Bewegtbild erweitern, sie werden daran nicht vorbeikommen. Aber dann kommen Nutzer, Spender, Begleiter eben auch nicht mehr an ihrer Story vorbei.