Regie: Karl Ranseier

Woran der Relaunch der Stiftungswebsite scheitern kann

625
Regie Karl Ranseier
Lesezeit: 3 Minuten

Wenn Karl Ranseier Regie führt, steht der Relaunch der Stiftungswebsite vermutlich unter keinem guten Stern. Karl Ranseier, diese Figur aus der in den 90ern wahnsinnig erfolgreichen Comedy-Sendung RTL Samstag Nacht, hatte stets kein gutes Händchen. Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer fand er zum Beispiel immer nur Bernd sein Zimmer. Damit der Relaunch der Stiftungswebsite nicht Karl Ranseier-mäßig schiefläuft, müssen einige Dinge tunlichst vermieden wären. Wir haben einmal drei Gründe für das Scheitern des Stiftungswebsite-Relaunchs zusammengetragen.

Es heißt immer recht lapidar, dass Webprojekte bei Stiftungen in der Regel an den Ressourcen scheitern. Das mag durchaus eine Berechtigung haben, aber es ist eben heute auch nicht mehr so, dass eine neue Stiftungswebsite dem Bau einer Saturn 5-Rakete gleicht. Der Relaunch einer Stiftungswebsite scheitert aber in Wahrheit nicht übergeordnet an den Ressourcen, sondern an so manchem Detail. Wie hießt es 1989 am 9. Oktober in Leipzig, als der erste Marsch um die Runde Ecke glückte und das DDR-Regime vor dem Volk einknickte: Revolutionen können an Details scheitern. Das Detail damals war der fehlende Schlüssel zum Senderaum für den Stadtfunk, durch den ein von Kurt Masur verlesener Aufruf zur Gewaltlosigkeit verbreitet werden sollte – und schließlich auch wurde. Aber das nur am Rande. Beim Relaunch einer Stiftungswebsite sind es andere Parameter, die dem Scheitern Tür und Tor öffnen.

Ein Stiftungswebsite-Relaunch braucht Kommunikation

Einmal ist es nicht selten so, dass stiftungsintern der regelmäßige Austausch zur neuen Stiftungswebsite fehlt. Von unten fließen keine Statusmeldungen „nach oben“, „von oben“ fließt kein Feedback nach unten, und wenn dann im Stile von „Das gefällt uns nicht, das muss anders.“ Die Kommunikation zur neuen Stiftungswebsite ist also oftmals mangelhaft, es fehlt ein Turnus, zu die Updates fließen. Problematisch ist das deshalb, weil dadurch das Erwartungsmanagement durcheinanderkommt. Die Erwartungen „oben“ sind in der Regel, dass es schneller vonstattengeht, „unten“ wird erwartet, dass die Fortschritte gesehen und für gut befunden werden. Da die Kommunikation zwischen diesen beiden Polen oft nicht oder nur zu wenig frequent stattfindet, ist das Projekt „Stiftungswebsite-Relaunch“ schnell schlecht beleumundet – und wird auf diese Weise zur Belastung für die gesamte Organisation. Also: Mehr informieren, mehr nachfragen, die Lösung ist sehr einfach, kommunikativ ist der Relaunch einer Stiftungswebsite eine beidseitige Pflicht.


#FreitagsPodcast-Tipp:
Womit Stiftungen keinerlei Probleme haben, ist das Erzählen von Geschichten. Davon haben sie in der Regel dutzende auf Lager. Mit dem Digital-Profi sprachen wir darüber, wie einfach es für Stiftungen sein kann, diese auch zu erzählen.

Eine Stiftungswebsite braucht zumindest ein konkretes Ziel

Bei den Zielen der Stiftungswebsite liegt die Sache allerdings nicht ganz so einfach. Denn dazu muss sich die Stiftung als Organisation und ihre Verantwortlichen einmal eingehend Gedanken machen. Was eine Stiftung mit ihrer Stiftungswebsite „anstellen will“, das muss sie für sich ganz individuell festlegen. Beziehungsweise: Sie muss sich die Ziele ihrer Stiftung erarbeiten. Denn diese können differieren und müssen zum Tun der Stiftung passen. Wenn ich viele Projekte habe, dort viele News und Bilder produziert werden können, wenn die Projekte zudem spendentauglich sind, dann macht eine schweigende Stiftungswebsite wenig Sinn . Dann muss die Stiftungswebsite funkeln. Das kann dann die Brücke bauen hin zu der Erkenntnis, dass eine Stiftung eine funktionablere (im Sinne von zeitgemäß) Stiftungswebsite benötigt. Dieses Ziel oder diese Ziele aber muss eine Stiftung definieren und dann mit Inhalt füllen.

Haben Sie für Ihre Stiftungswebsite eine Content-Strategie in der Schublade?

Womit wir bei einem dritten Punkt wären, an dem der Relaunch einer Stiftungswebsite scheitern kann. Neue Stiftungswebsite brauchen fast schon zwingend eine Content-Strategie. Content, also Inhalt, muss 1) geplant werden, Content muss 2) erstellt werden, und Content muss 3) angeteasert bzw. verbreitet werden. Ganz wichtig ist aber 4) auch, dass diese Content-Strategie auch durchgehalten werden muss. Hier und da etwas zu veröffentlichen, ist wenig zielführend. Ins Spiel kommen hier dann tatsächlich die Ressourcen. Sind Sie nicht in der Lage, pro Monat vier Inhalte zu produzieren und zu verbreiten, brauchen Sie diesen Plan erst gar nicht zu fassen. Eine Content-Strategie, die funktionieren soll, muss realistisch aufgesetzt sein. Sie müssen also ehrlich zu sich sein, was ihre Ressourcen hinsichtlich dem Schreiben von Texten oder dem Ausnehmen von Podcasts oder dem Aufzeichnen von Video-Formaten hergeben. Umsonst gibt es derlei nicht, eine Idee kann es aber sein, sich etwa autorenseitig umzutun. Podcasts sind niedrigschwellig bis zu einem gewissen Niveau zu realisieren, Bewegtbild-Zeit kostet sicherlich Geld, egal ob intern oder extern produziert. Texte und Podcasts sind also das, worauf eine Content-Strategie zuerst fußen sollte.

Zusammengefasst

Eine Stiftungswebsite zu relaunchen, ist ein spannendes Projekt. In vielen Stiftungen wird bestimmt derzeit genau das für die kommenden Wochen und Monate diskutiert. Fakt ist: Ohne einen Plan kann beim Stiftungswebsite-Relaunch relativ schnell relativ viel schiefgehen. Das komplette Scheitern des Relaunch-Projekts steht im Raum, wenn beispielsweise eine Content-Strategie fehlt oder wenn die Ziele für die Stiftungswebsite nicht klar definiert sind. Eines sollten Sie vor allem nicht tun: beim Stiftungswebsite-Relaunch Karl Ranseier Regie führen lassen. Sie sollten selbst Regie führen.