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SOKOMS geht auf Sendung +++ am 3.11.2026, ab 14 Uhr

Der Skipper – ein Newsletter von stiftungsmarktplatz.eu, November 2026

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Newsletter der Skipper November 2026
Lesezeit: 4 Minuten

Welche Relevanz hat der deutsche Stiftungssektor? Stiftungen geben in Deutschland jedes Jahr Milliarden von Euros für Projekte aus, sind einzementierte Eckpfeiler unserer Gesellschaft, Teil unserer Idee davon, wie wir zusammenleben wollen. Der Vermögensstock der deutschen Stiftungslandschaft ist einige hundert Milliarden Euro groß. Der Sektor wächst seit 2000 sukzessive, hat sich seitdem gemessen an der Zahl der rechtsfähigen Stiftungen fast verdreifacht. Die deutsche Stiftungslandschaft befindet sich in ihrer zweiten Blüte. Die sich in den kommenden Jahren in Bewegung setzende Erbmasse wird dazu wie ein Außenbordmotor für Vortrieb im und um den Sektor herum sorgen. Was ich hier beschreibe, ist Größe. Aber heißt diese Größe automatisch auch Relevanz?

Der Realitätscheck schmerzt aktuell

Schon, aber. Das wäre wohl die passende Antwort. Stiftungen sind meiner Lesart nach dann relevant, wenn sie uneigennützig, konsequent und transparent für das Gemeinwohl arbeiten. Genau dann sind sie auch politisch, weil sie dem Gemeinwohl dienen, ohne Teil des politischen Betriebs zu sein, ohne sich selbst politisch zu äußern oder zu betätigen. Aber das ist eine andere Geschichte, bleiben wir noch kurz bei uneigennützig, konsequent und transparent. Dieser Dreiklang beschreibt das Tun, und dieser Dreiklang muss Stiftungen antreiben – aber es muss sich auch politischen und gesellschaftlichen Realitäten stellen. Macchiavelli, der große politische Denker, Autor von Il Principe (Der Fürst), wusste, dass Ideologie und Utopie das eine sind, eine Wunschvorstellung, dass politische und gesellschaftliche Realitäten das andere sind.

Beziehungsstatus Stiftung und Kommunikation? Es ist komliziert.

Wenn nun die Realität eine ist, in der zu viele Stiftungen zu wenig aus ihrer Kapitalbasis herausholen, dann muss ich diese sehen. Mit ausgezehrter Kapitalbasis und fehlender Übergaberegelung in den Stiftungsgremien könnte ich eines Tages vor das Problem gestellt werden, das Steuerprivileg nicht mehr vollends verdienen können. Zu warten, dass die Realität sich anpasst und ich meine Stiftung nicht mehr anpassen muss, das ist vermutlich genau das, was nicht mehr in die Zeit passt. Wenn eine andere Realität die ist, dass der Zeitgeist von mir auf absehbare Zeit verlangt, dass ich transparenter mit meinem Tun umgehe, dann habe ich auch dem Rechnung zu tragen. Womit ich beim Thema Kommunikation, genauer: Stiftungskommunikation, lande. Bei etlichen Stiftungen lässt sich das Verhältnis zur eigenen Kommunikation vielleicht etwas ironisch umschreiben mit „Beziehungsstatus – es ist kompliziert“.

StiftungsApéro WinterTour 2027

In welcher Realität sich auch der Stiftungssektor bewegt…

Wenn die Realität im Heute aber das Lautsein ist, dann kann ich warten, dass die Welt wieder eine leisere wird. Aber es kann sein, dass ich dann lange warte, das Risiko ist, dass ich zu lange warte. Stattdessen kann es stimmiger und letztlich auch gesellschaftlich geboten sein, zu überlegen, ob Leisesein noch in diese Zeit passt. Für mich zahlt Stiftungskommunikation auf den Stiftungssektor als Ganzes ein. Je mehr Stiftungen zeigen was ihnen alles gelingt, je mehr Stiftungen transparent ihr Tun dokumentieren, desto stabiler steht der Sektor als Ganzes da. Die Legitimation des Stiftungssektors kann zudem nur gewinnen, wenn das Gelingen „draußen“ zirkuliert. Kommunikation ist hier eine Chance, sie ist jede Mühe wert. Denn im Erzählen des Gelingens steckt eine Chance, immer wieder aufs Neue mit Positivem zu überraschen, Teil dieser Positiv-Wolke zu sein. Klar, das mag nicht in eine Algo-Welt passen, in der mit Negativem Stimmung und dann Politik gemacht wird, aber in Abwägung ob Lautsein oder Leisesein die Antwort auf diese Welt des Negativen sein soll, fällt mein Votum auf das Lautsein. Insbesondere weil die Menschen draußen nach Positivem dürsten, sie lassen sich vom Negativen verführen, weil sie das Positive, das Gelingen, oft nicht mehr sehen. Auf Stiftungen, verantwortungsbewusste Unternehmen und die neue philanthropische Masse kommt in einer Welt des Versagens eine neue Verantwortung zu.

Diese Stiftungen sind nominiert SOKOMS Award 2026

Als Positivfluencer sage ich Ihnen, es braucht das Erzählen des Positiven

Nennen Sie mich Positivfluencer, aber ich glaube an die Kraft des Positiven, insbesondere in Zeiten wie diesen, denn das Positive kann das Negative umarmen.

Wir leben zunehmend in einer Null-und-Eins-Welt. Lautsein ist keine Garantie dafür, sichtbar zu werden, Leisesein dagegen beinhaltet eine Garantie, nämlich die, dass man Dich garantiert nicht sieht, wenn Du leise bist. Manche wollen das so, und es ist auch verständlich, aber die Meisten wollen das andere, das Gesehen werden. Daher glaube ich an Stiftungskommunikation, ich glaube dass sie den Stiftungssektor voranbringen kann, und daher gehen wir am 3.11. ab 14 Uhr auf www.sokoms.de wieder auf Sendung. Es braucht die Positivbeispiele im Hier und Jetzt, es braucht die positive Erzählung, es braucht das Gelingen verpackt in coole Geschichten, es braucht ein Sprachrohr für das Positive, und das will SOKOMS als Netzwerk- und Inspirations-Community sein.

Kurz noch die Fakten zum SOKOMS Livestream

WANN? 3.11.2027, ab 14 Uhr, bis 17 Uhr

WO? Online, Sie gehen auf www.sokoms.de und klicken dort einfach auf den Play-Button, wie in anderen Livestreams auch.

WER? Im Studio dabei sind Andrea Bonk (Bundesliga Stiftung), Vera Schrnus (Care Deutschland), Kathrin Broswoski (Artemed Stiftung), Miriam Wagner Long (Agentur Zielgenau), Andreas Wagner (Digital Change Agent), Klaus Falk Schenkel (ifunds Germany), Manuel Wluka (Stiftung Wegelichter) UND Ulrike Hattendorff (Aventis Foundation). Live zugeschaltet werden Peter Diekmann (Robert Bosch Stiftung), St. Stefan Nährlich (Stiftung Aktive Bürgerschaft) und Dr. Andreas Knaut (Ex Bertelsmann, Ex Danone, Ex Messe Leipzig). Moderiert wird der SOKOMS Livestream von SOKOMS Erfinder Tobias Karow.

WAS? Wir sprechen in vier Themenblöcken über das Begeistern, Stiftungskommunikation auf der Höhe der Zeit und welche Rolle KI dabei konkret spielen kann. Mittendrin vergeben wir übrigens auch den SOKOMS Award 2026, nominiert sind die Stiftung Help and Hope, die Stiftung Kindergesundheit und die VNG Stiftung. Klicken Sie sich in den Stream, ab 14 Uhr auf https://sokoms.de/, senden Sie uns gerne vorab noch Ihre Fragen oder hernach Ihre Ideen für das, was wir in der SOKOMS Community 2027 diskutieren und ventilieren sollen.

Noch ein Event-Tipp aus der SOKOMS Community gefällig

Am 21.11. findet in der Hamburger Speicherstadt „Musik hilft“ statt, ein Tanz- und Musik-Event, dessen Einnahmen aus den Eintritten komplett an die Stiftung See you gehen. Tanzen hilft, Musik hilft, Singen hilft, einem selbst, und an diesen Abend einer Stiftung, die wir im Rahmen der Interviews für No. 2 unseres Print-Magazins „Der Social Profit Kosmonaut“ näher kennenlernen durften. Eine tolle Stiftung, ein toller Anlass – wir sprechen hier explizit eine Empfehlung aus. Musik hilft, Dabeisein umso mehr.

Das finale Apercu

Für welchen Satz will eine Stiftung stehen? Diese Frage könnte sich jede Stiftung einmal stellen – und sich dabei an den legendären Showmaster Dieter Thomas Heck erinnern. Dessen kontrolliert-temperiert-gebrülltes „Hier ist Berlin.“ kennt jeder, der in den 80ern aufgewachsen ist, und jeder weiß, dass damit die Hitparade gemeint war. Welchen Satz wir für SOKOMS prägen werden? So viel vorab: „Hier ist Berlin“ wird es nicht werden.

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Tobias Karow
ist Gründer und Geschäftsführer von stiftungsmarktplatz.eu und im Stiftungswesen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein seit 10 Jahren aktiv. Er ist Herausgeber der FondsFibel für Stiftungen & NPOs, dem führenden Nachschlagewerk für Stiftungsfonds und stiftungsgeeignete Fonds (www.fondsfibel.de), Vorträge hält er vor allem zum Thema ‚Stiftungen und ihr Weg in die digitale Welt‘. Für beide Themen betreibt er den Blog #stiftungenstärken.