John Maynard ist unser Fondsmanager

Ukraine-Krise AKTUELL: Wie halten sich die #fondsfibel Income-Fonds angesichts der Ukraine-Wehen an den Börsen?

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John Maynard ist unser Fondsmanager
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Ukraine-Krise AKTUELL: John Maynard ist unser Fondsmanager, so oder so ähnlich dürfte sich so mancher Manager eines Income-Fonds in diesen Tagen fühlen. Er hält’s, also den Fonds auf Kurs, obwohl es ihm die Märkte wahrlich nicht einfach machen. Natürlich drückt der Ukraine-Krieg breit auf die Kurse, aber er bringt eben auch Momentum in bestimmte Dinge. Rüstungsaktien verdoppeln sich, Gaspipeline-Betreiber reüssieren, Gold zieht an, Technologieaktien kacheln weiter ab, chinesische und russische Aktien implodieren förmlich. Anleiheseitig macht die Furcht vor Inflation den Kursen Beine, nach unten. Es ist ein Umfeld, in dem es den erfahrenen Steuermann mehr denn je braucht, den, der das Income-Steuer in schwierigen Zeiten zu halten weiß.

Noch 15 Minuten bis Buffalo. Wer diesen Satz hört, weiß sofort um was es sich handelt. Die Ballade von Theodor Fontane, die auch einen historischen Hintergrund hat. In der Nacht vom 8. auf den 9. August 1841 geriet der Raddampfer Erie während der Fahrt von Buffalo (Staat New York) über den Eriesee nach Erie (Pennsylvania) in Brand. Rudermann war Lothar Fuller, aus dem bei Fontane John Maynard wurde. Die Geschichte Fullers endete jedoch tragisch. Er war kein Held. Zwar ließ auch John Maynard in der Fontane-Ballade sein Leben, vorher aber rettete er sämtliche Menschenleben des in Brand geratenen Raddampfers. John Maynard hielt das Steuer, und genau das erwarten Stiftungen auch von ihren Fondsmanagern.

TV-TIPP I:
Die Frage, wie Stiftungen es schaffen, ihre Basis für ordentliche Erträge zu konservieren bzw. zu stärken, wird auch Thema beim 3. Virtuellen Tag für das Stiftungsvermögen am 27.4.2022 ab 9:30 Uhr sein. Stiftungsverantwortliche klicken sich ab 9:30 Uhr ohne Anmeldung einfach wie im Fernsehen in den Livestream auf www.vtfds.de, dort gibt’s auch die Informationen zum #vtfds-BreakOutCoffee ab 14 Uhr.

#vtfds2022 - BreakOutCoffee

Ordentliche Erträge sind die Basis im Stiftungsvermögen

Die Ukraine-Krise bzw. der Ukraine-Krieg sind nun genau solch eine Gemengelage, in denen Stiftungen sehen wollen, was Risikomanagement taugt. Sie wollen auch sehen, wie weit her es mit der Ausschüttungsvisibilität ist. Denn der ordentliche Ertrag ist immer noch die Basis dessen, was Stiftungen in ihrer Kapitalanlage als oberstes Ziel veranschlagen. Sie brauchen die ordentlichen Erträge, um ihre Zwecke zu verwirklichen. Die Thematik der Umschichtungserträge, die durch die Stiftungsrechtsreform eine strategische Bedeutung in der Veranlagung von Stiftungsvermögen erhalten, sparen wir hier erst einmal aus. Ohne ordentliche Erträge ist nämlich im Stiftungsvermögen alles nichts. Hierbei gilt es sich dann auch mal vom Chart eines Fonds zu lösen, diesen ganz losgelöst von der Aktualität zu betrachten.

Anleihefonds und ihr Platz im Stiftungsvermögen

Wie zum Beispiel beim AB European Income Portfolio. Dieser eine Rentenfonds passt zu Stiftungen wie die Faust aufs Auge, denn er ist ein Baustein für die Anleihequote (und jede Stiftung investiert in Anleihen), und er schüttet auch noch erklecklich weit oberhalb dessen aus, was Stiftungsfonds in der Regel noch liefern. Das war auch so im Jahr 2022, als die Märkte vom Corona-Crash heimgesucht wurden, das war auch so im Jahr 2021, als sich erste Zinssteigerungssorgen bei den Anlegern breit machten. Und das wird auch 2022 so sein, trotz Ukraine-Krieg und den für die Volkswirtschaften negativen Implikationen durch die Invasion Russlands. Der Ordentliche Ertrag des AB European Income Portfolio fließt nach wie vor solide weiter, wenngleich der Chart im Moment nicht sonderlich erbaulich aussieht. Dies hat mit der Zinssituation zu tun, unter der die Anleihemärkte leiden.

Zinsbewegungen machen Anleihefonds zu schaffen

Steigen die Zinsen bzw. die Zinserwartungen, dann leiden die Anleihekurse. Fonds, die rein in Anleihen investieren, gehen dann durch schwierigeres Fahrwasser. Das aber sind temporäre Einflüsse, zumindest aus der jetzigen Perspektive heraus, weshalb hier kursseitig das Schlimmste vielleicht sogar bereits vorbei sein könnte. Aber derlei muss immer im Verhältnis zum Ordentlichen Ertrag gesehen werden. Brauche ich als Stiftung hier einen Fels in der Brandung, auch weil meine Anlagerichtlinien eine anders akzentuierte Anlagepolitik noch nicht vorsehen, dann relativiert sich die Kursbewegung. Der Blick auf den ordentlichen Ertrag ist dann der, der meine Anlageentscheidung eher prägen dürfte.

Aegon Global Diversified Income als Einommensfels

Ein anderer #fondsfibel-Income-Fonds, der Aegon Global Diversified Income, hatte im Februar und März ebenfalls keine einfache Zeit. Der Chart zeigt eine deutliche Delle im Zuge der Marktkorrektur nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine. Aber auch hier: Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist der ordentliche Ertrag, und das Charmante am Aegon Global Diversified Income ist die monatliche Ausschüttung. Ich kann als Stiftung praktisch monatlich nachzeichnen, ob die Basis für den ordentlichen Ertrag noch zu meinen Liquiditätsanforderungen auf der Ausgabenseite passen. Außerdem erkenne ich anhand des Abgleichs auf historischer Basis, ob ich ober- oder unterhalb der historischen Auskehrung bzw. des Ausschüttungsziel liege.

TV-TIPP II:
Der Aegon Global Diversified Income wird beim Elevator Pitch im Rahmen des 3. Virtuellen Tags für das Stiftungsvermögen kompakt von Barnaby Woods, Stiftungsexperte bei Aegon Asset Management, in 3 Minuten mit seinen zentralen Leistungsmerkmalen vorgestellt, im Programm des #vtfds2022 ab 10:50 Uhr.

Income, komme was wolle

Das Bild hier ist eindeutig: Hätte ich meinen Liquiditätsplan auf die Auskehrungen des Aegon Global Diversified Income gestützt, ich hätte bislang keine Einbußen zu verzeichnen gehabt. Übrigens auch nicht in den vergangenen beiden Jahren. Zwei Jahre Pandemie hätten also im Chart für Bewegung gesorgt, aber nicht auf Seiten des ordentlichen Ertrags, und genau das sollte die Perspektive sein, die Stiftungen bei einem Income-Fonds bzw. bei einem Stiftungsfonds einnehmen sollten. Ein drittes Beispiel ist der JPMorgan Global Income. Ebenfalls ein Income-Fonds reinster Schule, hier aber von einem US-Anbieter aufgesetzt. Das lässt sich in der Asset Allocation erkennen, die Akzente werden etwas anders gesetzt, aber Eines eint den Fonds mit den anderen beiden hier gezeigten Income-Klassikern: Er liefert ordentlichen Ertrag, komme was wolle.

Stiftungen schauen auf Ausschüttungshistorie vs. Chart

Oder um es mit Fontane zu sagen: Möge der Maschinenraum auch qualmen und brennen, wir können uns darauf verlassen es beim Namen zu nennen, er schüttet aus, er liefert Ertrag, der Fondsmanager, er hält’s. Auch beim JPMorgan Global Income liegt der Fokus auf dem ordentlichen Ertrag, weist der Blick auf den Chart einem Anleger wie einer Stiftung nicht direkt den Weg. Auch bei diesem Fonds sorgte der Ukraine-Krieg für Qualm im Maschinenraum, aber auch hier wird dies die ordentlichen Erträge kaum tangieren. Zumal die Erholung an den Märkten auch bereits wieder im Chart ersichtlich ist (wenngleich auch nicht so markant wie beim Aegon Global Diversified Income). Allerdings müssen hier nicht nur die Erholungen, sondern die Bewegung als Ganzes, also bestehend aus Abschwung und Erholung, miteinander verglichen werden. Hier wiederum zeigte sich der JPMorgan Global Income nach unten nicht ganz so bewegungsfreudig.

Zusammengefasst

Wird Stiftungsvermögen heute angelegt, dann passiert dies in Zeiten von Nullzinsen, geopolitischen Verspannungen und inflationären Knospen. Das alles konterkariert das, was eine Stiftung aus der Anlage ihres Stiftungsvermögens aber eigentlich braucht. Sie braucht ordentliche Erträge als Basis für die Liquiditätsplanung. Entsprechend sollte der Blick von der Aktualität auch einmal gelöst werden auf die stiftungsrelevanten Leistungsmerkmale, und hier liefern Income-Fonds trotz der Krisen der letzten Jahre durch die Bank solide. Ihre Fondsmanager gaben den John Maynard, sie hielten das Income-Steuer stabil, die erfüllten die Erwartungen auch von Stiftungsanlegern. Sie halten’s.