Stiftungen und ihre Superkraft

Warum Stiftungskommunikation gerade jetzt sein muss

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SOKOMS26 Superkraft
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Stiftungen sind relevante Player der Gesellschaft. Sie bringen das Gemeinwohl voran. Wer daran zweifelt, versteht den Sektor nicht. Wer den Sektor nicht versteht, darf sich seiner nicht anmaßen, und nicht über ihn urteilen. So sieht sich die Stiftungslandschaft oft selbst. Aber was ist, wenn dieses relevante Tun, das ich so gerne als Gelingen bezeichne, nicht gesehen wird? Und weil es nicht gesehen wird, ihm die Relevanz nicht zugesprochen wird? Genau dann betrifft die Stiftungskommunikation das Spielfeld.

Wir leben leider in sehr lauten Zeiten. In Zeiten, in denen das Recht des Stärkeren wieder des Öfteren gilt, und in dem nicht der mit der besten Lösung für ein Problem gehört wird, sondern der Lauteste. Jetzt haben wir im Stiftungssektor seit Jahren mit dem Phänomen zu kämpfen, dass sich viele mit ihrem tollen Tun nicht nach draußen wagen möchten. Wir müssen nicht kommunizieren, also machen wir es nicht, sagen die einen. Wir könnten kommunizieren, aber wir wollen uns nicht angreifbar machen, sagen die anderen. Auf Linkedin, der dortigen Stiftungsblase, sind vielleicht 2.000 Stiftungen präsent, weit weniger von ihnen sind dort auch aktiv. Viele Stiftungen müssen wir – leider – zur schlafenden Masse von Stiftungen zählen. Sie tun Gutes, aber sie reden nicht drüber, wollen nicht drüber reden. Das Problem hier liegt auf der Hand. Die Stiftungslandschaft als Ganzes ist zu wenig sichtbar.

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SOKOMS26

Das Gelingen von Stiftungen ist kommunikativ eine mächtige Waffe

Wenn sich nun eine laute Welle von kritischen Fragen aufbaut, man als Sektor im Angesicht dieser Welle aber schweigt, dann entsteht eine Laut-Leise-Unwucht. Diese ist nicht zum Besten des Stiftungssektors. Ich bin davon überzeugt, dass jedes kritische Wort erwidert werden kann, dass jede Stiftung ihre Superkraft nur aus dem Keller hervorholen muss: ihr Gelingen. Hierbei muss es noch lange nicht darum gehen, sich politisch zu positionieren, politischer zu werden, das ist hier nicht gemeint. Zuerst müssen Stiftungen verstehen, dass ihr Tun, ihr Gelingen, ihre mächtigste Waffe ist, bei der es reicht dass alle Welt sieht, dass man sie hat. Vielleicht sollte jede Stiftung kommunikativ zeigen, was es ohne sie in unserem Gemeinwesen nicht mehr gebe. Das Gelingen würde jedweden kritischen Wind um einige Beaufort kleiner machen. Aber eben nur jenes Gelingen, über das gesprochen wird, das gehört wird, das gesehen wird, das wahrgenommen wird.

Stiftungen die kommunizieren, zeigen Kapazitäten

Demgemäß ist Stiftungskommunikation im Kern schon dieses „Tue Gutes und rede darüber“, aber erst in zweiter Linie. In erster Linie bedeutet Stiftungskommunikation, dem Gelingen eine Alamo-Stellung im Rücken zu bauen. Bis hierhin könnt ihr uns kritisieren, aber nicht weiter. Am Gelingen, an unserem Tun, gibt es keinen Zweifel. Die Geschichten des Gelingens würden auf einer Bastion des Gelingens aufsetzen. An den guten Geschichten mangelt es Stiftungen nicht, dieses produzieren sie täglich zuhauf. Hierin sind Stiftungen extrem stark, und damit sind sie für unser Gemeinwesen von enormster Bedeutung. Im Verbreiten dessen sind viele Stiftungen jedoch nicht stark, was mich auch noch aus einem anderen Grund umtreibt. Die neue philanthropische Masse, also jene Erbmasse, die in den kommenden 15 Jahren auch im Stiftungssektor teilweise „aufschlagen“ wird, muss sich orientieren. Ein zu leiser Stiftungssektor bietet diese Orientierung womöglich in nur geringem Umfang. Aber sie verlangt eben auch bestimmte strukturelle Voraussetzungen, um bei einer Stiftung an Bord zu kommen. Stiftungen, die kommunizieren, hier also zeigen, dass sie über Managementkapazitäten verfügen, haben wir vermutlich einen nicht nur kleinen Vorteil.

Zusammengefasst

Stiftungskommunikation ist aus mehr als nur einem Grund heraus eine Managementleistung, die Stiftungen künftig einfach können müssen. Die sich in Bewegung setzende neue philanthropische Masse verlangt dies ein Stück weit, der öffentliche Diskurs rund um die Relevanz auch von Stiftungstun ein gutes Stück mehr. In einer lauten Welt leise zu sein, kann tugendhaft sein. Aber das Tugendhafte ist manchmal eben auch nicht die beste Wahl.