Auf die Plätze, fertig, …

Wie Stiftungen virtuelle Spendenläufe für sich nutzen

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virtuelle Spendenläufe
Lesezeit: 3 Minuten

Der Spendenlauf, an den ich mich am liebsten erinnere, war jener, bei dem es um eine Wette ging. Christian Neureuther wettete mit mir, dass er die 10 Kilometer schneller läuft als ich. Also rannten wir los, durch feuchten Wald und frische Luft, und es war egal, wer schneller war, es ging um die Sache. Wie Spendenläufe auch virtuell funktionieren, dazu gab uns Olivier Kaeser von atlasGO am 26.8. im Rahmen eines von BM Communications organisierten Privatissimo in München einen Einblick.

Wenn Stiftungen heute Spenden sammeln, dann ist das Werkzeug schnell beisammen, wusste Gastgeberin Bettina Model zu berichten. In vielen Fällen werden Briefe geschrieben, es werden Werbekampagnen gefahren, es wird Fundraising-Software samt Spendenbutton auf der Website installiert oder via Social Media professionelles Storytelling betrieben. Bekannte und neue Spender sollen gewonnen werden, im Wettbewerb um den Spender versuchen Stiftungen, sich ihren Platz zu sichern. Dank der digitalen Welt gibt es weit mehr Möglichkeiten, Spender anzusprechen und sich auch mit neuen Spendern oder Spendergruppen zu vernetzen als noch vor 10 oder 20 Jahren. Ein ganz neues Instrument kommt jetzt aus den USA nach Europa: der virtuelle Spendenlauf. Was es damit auf sich hat, erläuterte Olivier Kaeser von atlasGO, die mit ihrer Lösung derzeit für Aussehen bei Non Profit Organisationen sorgen. Im Kern handelt es sich bei atlasGO um eine App, über die eine Stiftung eine Kampagne anlegen kann, für die sie Spenden einsammelt. Diese Spenden wiederum werden dann mit einer sportlichen Aktivität in der realen Welt verknüpft.

Stiftungen und Unternehmen nutzen das Tool

Es ist Olivier Kaeser wichtig, zu betonen, dass nicht nur Stiftungen dieses Tool für sich nutzen können, sondern dass auch Unternehmen immer häufiger darauf zurückgreifen. Sie bieten ihren Mitarbeitern damit eine Möglichkeit, sich zu engagieren bzw. das CSR-Engagement des Unternehmens mit Leben zu füllen. Rollt also ein Unternehmen seine CSR-Strategie aus und sucht dafür dann eine Stiftung als Partner, dann kann atlasGO dafür eine Brücke bauen. Das Prinzip dahinter ist relativ einfach. Ein Unternehmen möchte einen Betrag x spenden, und dafür auch die Mitarbeiter involvieren. Also wird diese Spendenkampagne bei atlasGO eingestellt und beispielsweise mit einem Lauf verbunden. Einzelne Mitarbeiter oder Teams von Mitarbeiter können sich nun registrieren, und los geht’s. Bei einem Spendenlauf beispielsweise wird pro Kilometer, der von den Mitarbeitern gelaufen wird, ein Betrag zur Verfügung gestellt. Gemessen werden die gelaufenen Kilometer entweder über einen Fitness Tracker, also eine dieser Uhren, die die Schritte bzw. die zurückgelegte Distanz messen, via GPS oder einfach via Eingabe der gelaufenen Kilometer.

Plattform für Interaktion und Aktivität

Spannend wird das Ganze zusätzlich dadurch, dass atlasGO als Plattform konzipiert ist, auf der dann diese Aktivitäten auch entsprechend gelebt werden. Anonym irgendwo 20 Kilometer laufen, das motiviert nicht so richtig, aber pro Kilometer oder Meilenstein ein Foto oder ein kurzes Video auf die Plattform zu stellen, das macht die Aktivität visibel. Und genau darüber entsteht dann eine Community, die nicht nur jetzt sondern auch in Zukunft aktiviert werden kann. Stiftungen fragen sich ja immer, wie sie es schaffen, ein Event zu skalieren und auch wie sie sich ein Netzwerk aufbauen, mit dem sie dauerhaft arbeiten und aus dem kontinuierlich Spenden eingeworben werden können. atlasGO bzw. die Idee der Plattform gibt Stiftungen hier ein digitales Tool an die Hand, das dieser Anforderung nachkommt. Olivier Kaeser wies auch darauf hin, dass Stiftungen sich eine Brücke hin zu Unternehmen bauen können, hin zu deren CSR-Engagement. Stiftungen suchen ja immer häufiger nach Partnern, die bestimmte Spendenaufkommen stemmen können, Unternehmen wiederum brauchen für ihre CSR-Maßnahmen Partner. Eine gemeinsame Aktivität, etwa ein virtueller Spendenlauf, kann da der passende Anker sein. Und cool ist derlei obendrein.

Zusammengefasst

„Virtuelle Spendenläufe sind der letzte Schrei, möchte man fast sagen“, so jedenfalls fasste Bettina Model den Abend zusammen. In den USA wären die richtigen Worte vermutlich ‚the hottest shit‘. Für Stiftungen ergeben sich zweierlei Vorteile über Lösungen wie atlasGO. Einmal können sie sich einen weiteren, modernen und sehr zeitgemäßen wie coolen Weg hin zu neuen Spendern erschließen. Zum anderen baut atlasGO Stiftungen eine Brücke hin zu Unternehmen und deren CSR-Strategie. Je mehr dort darüber nachgedacht wird, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, desto mehr Partner braucht es auch, das mit Inhalt zu füllen. So gesehen kommt die App vermutlich gerade zur rechten Zeit. Apropos Zeit. Die Wette mit Christian Neureuther ging zu meinen Gunsten aus. Um gut 6 Minuten.

HINWEIS: atlasGO ist auch als Lösungsanbieter mit einem Detail-Eintrag PRO auf stiftungsmarktplatz.eu gelistet. Zum Eintrag finden Sie hier.