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Wenn Stiftungen im Außen neue Wege gehen

Drei Lehren vom StiftungsApéro in Essen

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Nachlese StiftungsApéro WinterTour 2026
Lesezeit: 3 Minuten

Stiftungen gehen neue Wege. Müssen sie aber vermutlich in vielen Fällen auch. Zwei Beispiele dafür, was es heißt, neue Wege zu gehen, konnten die Gäste des StiftungsApéros in Essen im Rahmen der StiftungsApéro WinterTour 2026 kennenlernen. Zu Gast war der StiftungsApéro abermals im Work Café des Deutschen Stiftungszentrums in Essen, unweit des Essener Hauptbahnhofs. Unsere drei Lehren besagten im Kern vor allem Eines: Aufwachen ist in der Stiftungspraxis das Gebot der Stunde.

Es war kurz nach 17:15 Uhr, als wir am 29.1.2026 das Glöckchen zum Beginn des StiftungsApéros in Essen läuteten. Zeitmanagement ist bei einem Event ja das A und O, im Stiftungsmanagement wiederum ist es Zeit, Dinge neu zu denken und Wege neu zu gehen. Das zeigten die Impulse der Wilo-Foundation und der Help and Hope Stiftung deutlich. David Höltgen sprach für die Wilo-Foundation davon, wie sich die Stiftung heute auf der Höhe der Zeit aufstellt, und wohin sie ihre Aktivitäten ausdehnen wird. Dieser Exkurs war spannend zu hören, in der Fragerunde dann führte David Höltgen zudem aus, wie fokussiert die Wilo-Foundation vorgeht. Würde man den Stiftungsprofi um einen Impulsvortrag fragen, es wäre wohl einer rund um den Fokus einer Stiftung. Eine Stiftung die alles will, kann sich auch verlieren, kann ihre Energie verpulvern. Genau das Gegenteil davon ist die Wilo-Foundation.

Lehre Nummer 1: Stiftungen mit Fokus sind Stiftungen im Flow

Sowohl Wilo-Foundation also auch Help and Hope Stiftung verkörpern Stiftungen, die wissen, was sie tun und wohin sie wollen. Die Wilo-Foundation möchte Social Entrepreneurship voranbringen, die Help and Hope Stiftung schafft mit ihrem neuen Jugendgästehaus einen neuen Raum, im dem Kinder und Jugendliche Zeit unter ihresgleichen verbringen können und durch den die Programmarbeit noch besser umgesetzt werden kann. Nathalie Varga und Dr. Nhiem Lu berichteten, wie das Projekt Jugendgästehaus die Statik der Stiftung veränderte – und wie dieses Projekt es notwendig machte, neue Wege im Fundraising zu gehen. Neue Wege insofern, als dass bestimmte Spendenformen weniger „ablieferten“ und neue Spendenformen eher performen. Was wir hieraus lesen? Kontinuierliche Analyse der Leistungsdaten einzelner Fundraisingstränge ist keine Spielerei von Tech-Enthusiasten, sondern Handwerk von sorgfältigen Stiftungsmanagern.

Lehre Nummer 2: Stiftungsvermögen ohne Struktur ist wie ein Messer, das man nicht zu halten weiß

Gedanken zum Stiftungsvermögen brachte Natalie Weng vom Deutschen Stiftungszentrum mit zum StiftungsApéro in Essen. Natalie Weng sprach von Struktur, die umso wichtiger ist, je unsteter das Kapitalanlageumfeld sich darstellt. Sie sprach von breiterer Streuung als Antwort auf das bisher zu konservative Vorgehen in der Kapitalanlage vieler Stiftungen. Natalie Weng wies zudem darauf hin, dass die Stiftungsgremien oft diejenige Barriere sind, die einem diversifizierteren und damit zeitgemäßeren Ansatz im Management des Stiftungsvermögens im Wege stehen. Wir leiten daraus ab: Finanzkrise, Niedrigzinsphase und Trump haben es offenbar bislang nicht vermocht, einen Impuls in die Breite der Stiftungsgremien zu setzen, Stiftungsvermögen mehr auf der Höhe der Zeit zu managen. Wir waren uns mit Natalie Weng einig, dass der zweitgrößte Stiftungsstandort der Welt hier mehr zu leisten imstande ist – und aufwachen muss.

Lehre Nummer 3: Kleinststiftungen, hört die Signale!

Mit Dr. Markus Heuel brachte einer der profiliertesten Stiftungsjuristen Deutschland ein Update rund um die stiftungsrechtliche Gemengelage mit zum StiftungsApéro in Essen. Mit ihm diskutierten wir dazu vor allem um Notwendigkeit, Chancen und Voraussetzungen des Zusammengehens von Stiftungen. Hierbei ist der Ansatz nicht, Kleinststiftungen in Frage zu stellen. Stattdessen müssen diese Stiftungen in die Lage versetzt werden, ihre Fortführungsprognose auf positiv zu setzen. Denn genau das ist bei einigen schlichtweg nicht gegeben, und viele im Sektor fragen sich, was passiert, wenn dort dann die Gremien nicht mehr besetzt sind. Es war ein spannender Dialog, der sich hier entsponn, der aber eben auch zeigt, dass die Weichen in Richtung einer Strukturverschiebung im deutschen Stiftungssektor bereits gestellt sind.

Nachlese Nachlese StiftungsApéro WinterTour 2026 in Essen

Zusammengefasst


Ein StiftungsApéro in Essen gehört fast schon zur Pflicht im Rahmen einer StiftungsApéro-Tour. Unsere Gastgeber vom Deutschen Stiftungszentrum haben wir alles getan, damit sich Gäste und Protagonisten wohlfühlen – vor allem aber haben wir über die Impulse ein Gefühl dafür bekommen, wo sich im Sektor die Taktzahl verschieben kann und wird