Stiftungen und die digitale Welt | Ursula Becker-Peloso

Institutional Readyness

Ready for raising funds?

Institutional Readiness im Fundraising von Stiftungen

Mit Institutional Readiness ist die allgemeine organisationsinterne Bereitschaft gemeint, sich mit den unabdingbaren Voraussetzungen (Klarheit über Leitbild und Ziele, Prozesse sowie Strukturen) für erfolgreiche Fundraising-Arbeit auseinanderzusetzen. Das heißt, bevor Sie mit dem Fundraising anfangen können, müssen Sie Ihre Stiftungsarbeit genauestens analysieren und Prozesse und Schnittstellen herausarbeiten, die für das Fundraising wichtig sind.

Ich erlebe es immer wieder in meinen Beratungen und in Workshops für Stiftungen, dass sich Fundraiser alleine gelassen fühlen, dass Prozesse nicht stimmig sind, dass Vorstände oder Geschäftsführer nicht mit dem Fundraising zusammenarbeiten oder dass man Schnittstellen nicht auf das Fundraising vorbereitet und einbindet.

Wenn eine Stiftung eine Halbtageskraft für das Fundraising einstellt oder im günstigen Fall eine Ganztagskraft, die sich aber um Fundraising und Kommunikation und den Spenden-Service kümmern muss, wenn Großspender-Fundraising, Erbschaftsmarketing, Unternehmenskooperationen und Public Fundraising erwartet wird, dann hat man sich im Vorfeld nicht mit der Thematik auseinandergesetzt. Das gibt nur Frustration auf Seiten der Fundraiser und Ärger auf Seiten der Führungsgremien, wenn Mittel nicht schnell genug eingeworben werden und die Zusammenarbeit nicht funktioniert. Zu den weiteren Merkmalen von Institutional Readiness gehört, ob fürs Fundraising genügend Zeit zum Erfolg bleibt, oder kurzfristig unter dem Druck drohenden Scheiterns gehandelt werden muss. Es gibt keine „quick wins“ im Fundraising. Mitteleinwerbung ist kein Zufallstreffer, sondern strategisches Vorgehen, gute Planung, exzellente Umsetzung mit Erfolgskontrolle.

Leider verschieben viele Vorstände und Geschäftsführer das Thema, delegieren es auf ihre Mitarbeiter und sind überrascht, wenn es nicht funktioniert. Fundraising ist eine Querschnittsaufgabe und alle Bereiche der Stiftung müssen sich darauf einstellen. Ohne die “emotionale und kognitive Bereitschaft” der Stiftung und ihrer Handelnden, sich voll und ganz auf die Bedingungen des Fundraising einzulassen, kann Fundraising nicht gelingen.

Zum Aufbau einer Fundraising-Abteilung braucht es zunächst die Vision sowie die Strategie der Stiftung und deren Ziele. Daran werden dann die Prozesse definiert, Strukturen geschaffen und die Schnittstellen involviert. Unterstützung durch externe Fundraising-Experten spart hier oft viel Zeit und Arbeit.

Dann geht man an die Planung heran, werden Maßnahmen festgelegt und Kompetenzen trainiert, die Erfolgsfaktoren kennt, die das Controlling etablieren kann, damit am Ende eine Stiftung steht, die messbar und wirksam wird, die erfolgreich Mittel einwirbt, dies auch nach außen kommuniziert und so kompetenter Partner für die Spender wird.

Ursula Becker-Peloso

Ursula Becker-Peloso,
Inhaberin der Agentur „Fundraising&More“ ist auch Gesellschafterin der Munich Fundraising School und berät mit Ihrem Netzwerk aus Fundraisern und Stiftungsexperten umfassend in allen Bereichen des Fundraisings. www.fundraisingandmore.de

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